Masselspoort. Ein paar Kilometer außerhalb Bloemfonteins liegt dieses kleine Ressort direkt am Orange River. Dort kann man wunderbar einen ganzen Tag verbringen, faul im Gras liegen, im Pool oder Fluss planschen, natürlich braaien, sich die Sonne auf den Bauch scheinen lassen oder sich doch lieber in den Schatten der Bäume verziehen, da man es in der Sonne bei der Hitze nicht aushält…
Eine kleine Oase
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Einmal muss jeder gehen
Heute hat mein Mitbewohner und Südafrika- Gefährte Robert Bloemfontein verlassen. Mit Glück hat er noch eine Maschine nach Johannesburg gekriegt, da alle wegen eines Sturmes Verspätung hatten.
Am Mittwoch verabschiedeten wir ihn mit all unseren südafrikanischen Freunden bei einem Farewell- Braai. Danach ging es noch ins Mystic.
Am Donnerstag waren wir bei Derrick zu selbstgemachten Martinis und Seafood eingeladen. Baie lekker!
Und heute ist er nun geflogen. Wir sagen alle „good bye“ und freuen uns auf ein Wiedersehen in Deutschland!
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Gangster’s Paradise
Am Wochenende besuchten wir die größte Stadt Südafrikas und die drittgrößte Stadt des afrikanischen Kontinents: Johannesburg. Von den Einheimischen auch Jo’burg genannt, liegt sie in der kleinsten Provinz Südafrikas: Gauteng Province. Am Nummernschild der Autos steht dafür ein GP, wie auch damals bei unserem Mietwagen. Deswegen scherzen viele: „Ach ihr kommt aus Gangster’s Paradise!“
Jo’burg gilt als die gefährlichste Stadt der Welt. Wir waren jedoch mit Marius unterwegs, der ein Jahr dort gelebt hat und sich also auskennt. Johannesburg, eine alte Goldgräberstadt und Wirtschaftszentrum des Landes, ist eine Stadt der krassen Gegensätze. Hier leben sehr reiche und sehr arme Menschen nah beieinander. Es leben ca. 3 Mio. Menschen in Jo’burg selbst und geschätzte 2-4 Mio. im South Western Township „Soweto“.
Das City Center, was man auf jeden Fall meiden sollte, mutet mit seinen vielen Hochhäusern sehr amerikanisch- großstädtisch an. Viele jedoch stehen leer, die Firmen ziehen in die sicheren Vorstädte um. Fährt man durch die Vorstädte, sieht man rechts und links von sich nur Zäune, Mauern und Stacheldraht. Ganze Straßenzüge sind nachts durch Schlagbäume mit Securityguards versehen. Die etwas wohlhabenderen Menschen leben in großen Wohnkomplexen mit Namen wie „Jackels Creek“ hinter meterhohen Mauern und stark bewachten Eingängen mit Swimmingpool, Tennis-, Squash- und Golfplätzen. Selbst die Einkaufszentren sind von Mauern umgeben. Aber ansonsten wirkt Johannesburg sehr freundlich, was die vielen leuchtend grünen und lila blühenden Bäume am Straßenrand bewirken. Marius meinte, die Stadt hat die meisten künstlich angepflanzten Bäume weltweit. Und Johannesburg ist wirklich riesig und weitläufig.
Samstag statteten wir dem Apartheid Museum einen dreistündigen Besuch ab. Es ist groß und sehr informativ und man schafft es gar nicht, alle Tafeln zu lesen oder jeden Film anzuschauen.
Sonntag waren wir kurz im Cricket- Stadion, wo Südafrika in einem Testspiel Neuseeland haushoch besiegte.
Zugestoßen ist uns in den zwei Tagen aber nichts. Als wir durch ein nördliches Weißenviertel fuhren, fragte ich Marius und seine Schwester, die in Joburg lebt: „Das ist hier also eine sichere Gegend, oder?“ Da lachten die beiden nur und meinten: „Sicher ist man in Joburg nirgendwo!“
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Sonne!
Heute ist der erste schöne und heiße Tag seit langem. In den letzten zwei Wochen war es sehr wechselhaft, es hat tagelang geregnet, gehagelt, geblitzt und gedonnert. Es gab gerade mal einen warmen Tag zwischen den Weltuntergängen. Vorgestern war es sogar so kalt, dass wir die Fußbodenheizung angemacht haben. Ich dachte, wir sind in Afrika und nicht in Deutschland! Es sollte Sommer sein. Die Südafrikaner hier verstehen das Wetter auch nicht, im November ist es normalerweise viel wärmer. Global Warming oder besser Global Cooling? Hoffen wir, die Warmfront hält an.
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Von wilden Tieren und einsamen Stränden
Vor drei Wochen bekam ich Besuch von meinem Freund und wir reisten ein wenig durch die Lande. Mit dem Bus ging es nach Port Elizabeth (PE), wo wir früh um 6 Uhr ankamen und sogar bis zum Flughafen chauffiert wurden, um dort unser Mietauto, einen VW Golf 1 Chico, abzuholen. Erstes Ziel war der Addo Elephant National Park, ca. 70 km oberhalb von PE. Wir hatten bei unserer ersten Fahrt durch den Park schon die Befürchtung, bis das Gate schließt gar keinen Elefanten mehr zu sehen, uns kamen jede Menge Warzenschweine, Zebras, Antilopenarten und ein Rudel Hyänen unter die Augen. Doch dann kurz vor Schließung stand ein großer Elefant direkt vor dem Ausgang und noch 2 weitere daneben im Gestrüpp. Am nächsten Tag sahen wir wirklich alle 230 Elefanten des Parks, schon an einem Wasserloch sichteten wir mehrere Herden mit insgesamt 120 Tieren. Die restlichen 110 sahen wir dann auf der Fahrt zum nächsten Wasserloch und an dem Wasserloch selbst.
Über Cape St. Francis fuhren wir nach Storms River Village auf der Garden Route. In einem der letzten Urwälder Südafrikas ging es per „foefie“- Slide von einer 600 Jahre alten Yellow Wood- Baumkrone zur nächsten.
Im Tsitsikamma National Park erkundeten wir einen Wasserfall direkt am Meer, in Plettenberg Bay seine feinen Strände und fanden versteckt einen einsamen Strand namens Noetzie kurz vor Knysna. In Knysna selbst genossen wir die Aussicht von den Heads auf eine der gefährlichsten Hafeneinfahrten der Welt und die Lagune von Knysna. Weiter ging zum nächsten einsamen Strand („Buffel’s Bay“) und zum Rugby- Finale, welches wir in Wilderness (Südafrika ist Weltmeister!) mitfieberten.
Am Tag darauf fuhren wir etwas weiter ins Land in die Little Karoo, genauer gesagt in die Straußenhauptstadt Oudtshoorn. Dort führte uns die Adventure Tour in den Cango Caves auf verwinkelten und schmalen Wegen (der schmalste war nur 27 cm breit) immer tiefer in die Tropfsteinhöhlen. Wir mussten den „Kamin des Teufels“ hochklettern und rutschten in der „Postbox“ wieder in eine etwas größere Höhle. Da kam richtiges Entdecker- Feeling auf. Vorher hatten wir schon ein ultimativ tierisches Erlebnis in der Cango Wildlife Ranch, wo wir die zwei 4 Monate alten Gepardenbabys Neal und Bash streicheln konnten.
Doch an dem Tag konnten wir nicht genug haben und fuhren in der Abenddämmerung noch den 1500 m hohen Swartberg Pass hinauf, eine wahre Ingenieursleistung, und genossen die Aussicht. Die traditionelle Küche kam auch nicht zu kurz: Strauß, Kudu, Springbock und Krokodil standen auf dem Speiseplan und kann ich nur empfehlen. Am Tag darauf nach einem leckeren Frühstück mit Straußenei stand der obligatorische Besuch einer Straußenfarm an, wo wir überprüfen konnten, dass ein solches Straußenei tatsächlich 120 kg aushalten kann, und ich sogar auf einem dieser bis zu 80 km/h schnell rennenden Vögel saß.
Nach einem kurzen Stopp in Mosselbay ging es nach Hermanus, dem wohl besten Ort zum Wale beobachten. Diese kommen jedes Jahr zwischen Juli und November an die südafrikanische Küste um ihre Kinder zu gebähren und groß zu ziehen. Und tatsächlich sahen wir eine Menge dieser großen Säuger nur einen Steinwurf von uns entfernt im Wasser schwimmend, Flossen rausstreckend und Fontänen atmend – beeindruckend. Mit den bunten Strandhäuschen in Muizenberg begannen wir die Fahrt um die Kaphalbinsel, stiegen zum Cape Point und zum Kap der guten Hoffnung auf. Abends trafen wir meine Eltern in Kapstadt, mit denen wir am Tag darauf eine wahrlich berauschende Weintour durch 4 Weingüter mit insgesamt 24 zu verkosteten Weinen, Schokolade und Käse machten.
In Kapstadt selbst besuchten wir das Distrix Six Museum, das Castle, die Kirstenbosch Botanical Gardens, die Waterfront und zweimal den Tafelberg. Beim ersten Mal hatten wir nur auf einen Teil Kapstadts freie Sicht, der Rest war von tief liegenden Wolken in kürzester Zeit zugedeckt wurden und wir schauten auf eine weiße bauschige Decke. Kurz vor Abfahrt sahen wir, dass der 1080m hohe Berg frei ist und nutzten unsere letzten halbe Stunde in Kapstadt um wenigstens einmal freie Sicht auf Kapstadt und Umland zu haben.
Kaum waren wir wieder unten, zog auch schon die nächste Wolkendecke heran und bildete das berühmte Tischtuch. Mit dem Überlandbus ging es abends nach 14 aufregenden und erlebnisreichen Tagen wieder zurück nach Bloemfontein.
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The friendly mountain kingdom
Es waren noch Ferien in Südafrika, also fuhren wir vom 27.-30.09. für ein verlängertes Wochenende in die Enklave Lesotho. Nur 120 km von Bloemfontein entfernt ist schon die Hauptstadt Maseru und der dazugehörige Grenzübergang Maseru Bridge. Beim Stempeln an der Grenze wurden wir von zwei netten Frauen angesprochen, die uns diese typischen Basotho- Hüte, die rund geflochten sind und nach oben hin spitz zulaufen, in klein als Geschenke überreichten. Es war World Tourism Day. Wir fuhren Richtung Roma, die Universitätsstadt des kleinen Königreichs, welches nur so groß wie Belgien ist. Gleich danach hörte die geteerte Straße auf und es fing ein Schotterweg an, teilweise schlimmer als die Feldwege in Deutschland. Die Straße schlängelte sich zwischen Bergen hindurch, über Berge ging es in Täler, doch unser Höhenmesser im Auto zeigte immer höhere Werte an.
Lesotho wird auch „Königreich im Himmel“ oder „Dach Afrikas“ genannt, da 80 Prozent der Landesfläche über 1800m hoch ist. Im Winter gibt es viel Schnee. Im Dorf Ha Ramabanta angekommen, bezogen wir ein Backpackerzimmer in einer gemütlichen Lodge am Rande einer Schlucht. Nicht nur die Berge und die von Flüssen eingeschnittenen Schluchten beeindruckten uns, sondern auch die Lebensweise der Menschen und die Armut dort. Oft liefen hinter unserem Auto kleine Kinder her, die um Geld und Süßigkeiten bettelten. Aber die Leute sind auch sehr freundlich und winken am Straßenrand. Am Tag darauf ging es weiter östlich Richtung Semonkong. Die Straße war steil bergauf etwas geteert, was bei der Ansteigung und den scharfen Kurven auch von Vorteil war. Es ging stets bergauf, bis wir bei 2600 m angekommen waren, dem wohl höchsten Punkt unserer Reise. Wir stiegen aus und erklommen einen Berg, der geschätzte 2800 m hoch liegt.
Wir genossen die Aussicht, das Schattenspiel, was Sonne und Wolken auf die Bergwelt vor uns zauberte und die Stille. Weiter ging es zu den Maletsunyane Falls, den höchsten Wasserfällen im südlichen Afrika, die sich 204 m in die Tiefe stürzen.
Zwei kleinen Kindern gaben wir Äpfel und ein paar Klamotten. Dann ging es nach Semonkong in eine Lodge, die in einem Tal direkt neben dem Fluss, der die Wasserfälle bildet, liegt. Wir schliefen in einer runden Basotho- Hütte, wie sie für Lesotho typisch sind. In dem kleinen Ort gibt es mehrere Supermärkte, Besitzer sind allerdings Chinesen. Als der Bus aus der Stadt ankam, war ein großes Hallo und Gewühl um den Bus, bis auf einmal alle ängstlich davon liefen. Ein Betrunkener suchte mit seinem Stock Ärger und es gab eine Schlägerei.
Irgendwann wurde es uns zu bunt und wir sind wieder zur Lodge gefahren, wo wir im Restaurant zu Abend aßen. Am Tag darauf ritten Jan und ich für 4 Stunden auf braven, aber auch ein wenig faulen Basotho- Ponys zu den Wasserfällen und in die Berge, während Sabbi und Robert eine Schule anschauten und etwas Holz für unseren Kamin sammelten.
Den schürten wir am Abend auch an, doch viel Holz ist in Lesotho nicht zu finden, sodass die Kohle nicht zu glühen anfing. Sonntag fuhren wir zurück nach Maseru und schauten uns ein wenig die Innenstadt an. Leider hatte der große Basotho- Hut schon zu, ein Haus, was aussieht wie die typische Kopfbedeckung der Menschen in Lesotho. So gingen wir etwas essen, als es stark zu regnen und zu hageln anfing. Es wird auch langsam auch in Lesotho Frühling und die Regenzeit fängt an. An der Grenze mussten wir 45 Minuten warten, bis wir unsere Stempel hatten und in Südafrika wieder einreisen durften. Wir fuhren gen Sonnenuntergang zurück nach Bloemfontein.
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